Green Banking – Schon darüber zu reden bringt uns vorwärts

Sparschwein

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Green Banking – Schon darüber zu reden bringt uns vorwärts!

2015 verabschiedeten die 195 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ihre Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Dabei verpflichteten sie sich zu einem globalen Übergang vom Industriezeitalter der fossilen Energieträger, hin zu einer „grüneren“ Wirtschaft, die wissensbasiert den Kohlenstoffausstoß verringert. Auch aktuell lässt sich beobachten, dass in der Gesellschaft der Trend zu „grünen“ Technologien und Initiativen immer weiter steigt. Unternehmen, die ihren Kunden umweltfreundliche Angebote bereitstellen, genießen ein positiveres Image als ihre Wettbewerber.  Ein solches „Go Green Concept“ wird von Unternehmen schon seit Langem in Erwägung gezogen oder bereits umgesetzt. Dabei gilt Technologie heute als einer der wichtigsten Faktoren, um Prozesse grüner zu gestalten.

Green Banking, als ein solches „Go Green Concept“, bezeichnet dabei Praktiken und Richtlinien, die das Erreichen der SDGs auch im Banken-Bereich untersützen sollen. Dabei geht es um Maßnahmen, die Banken nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch und sozial nachhaltig handeln lassen. Green Banking verfolgt dabei einen zweifachen Ansatz:

1. Effiziente Nutzung erneuerbarer Energien und Reduzierung papierlastiger Arbeitsschritte durch Digitalisierung.
2. Förderung von Initiativen, die umweltfreundliche Projekte unterstützen.

Kurz gesagt: Bei Green Banking geht es also um die Verringerung des Ressourcen-Verbrauchs und der Förderung von Nachhaltigkeit.

Digitale Services weiter ausbauen

Banken können auf verschiedenste Weise ihre Transformation zu einer „grünen Bank“ voranbringen. Bereits intern lassen sich verschiedene Wege realisieren, wenn die richtigen Fragen gestellt werden: Welche Arbeitsschritte benötigen heute noch wirklich Papier oder wo lassen sich Einzelschritte einsparen? Vieles, was Green Banking ausmacht, lässt sich im Zuge der Digitalisierung umsetzen.

Grüne Kreditkarten und Konten

Wieso nicht spezielle Konten mit/oder Kreditkarten bei denen Transaktionen B. zum nächsten Euro-Betrag aufgerundet werden. Die Differenz wird anschließend umweltfreundlichen und/oder regionalen Projekten gespendet. Praktischer Nutzen: Kunden unterstützen ohne viel Aufwand verschiedene Projekte.

Elektronische Kontoauszüge konsequent nutzen

Vielerorts werden sie bereits genutzt, aber ebenso werden noch viele Kontoauszüge in Automaten und per Post verschickt. Durch konsequente Nutzung elektronischer Auszüge, ließen sich immense Menge an Papier einsparen. Durch Maßnahmen, die die Kunden vom Vorteil elektronsicher Kontoauszüge überzeugen, lässt sich die Nutzung weiter ausbauen. Der ökologische Aspekt kann dabei helfen. Praktischer Nutzen: Der Papierverbrauch sinkt gewaltig und die Nutzung lässt sich mit anderen Services verbinden.

Grüne Kredite für Endkunden z.B. beim Hausbau

Umweltfreundliche Baumaßnahmen und effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien haben hohe Initialkosten und schrecken potentielle Bauherren oft ab. Spezielle Konditionen können hier unterstützen. Kombiniert man diese günstigen Konditionen direkt mit einem entsprechenden Beratungsansatz, lassen sich gleichzeitig Kundenzufriedenheit, -bindung und Umweltschutz stärken.

Investitionen und Kooperationen

Durch Investitionen in erneuerbare Energien, etwa durch aktive Förderung entsprechender Initiativen oder in Form günstiger Kredite, kann dazu beigetragen werden, die Umsetzung neuer Projekte zu beschleunigen. Beispielsweise kann man Bauherren während der Finanzierungsgespräche Informationen zu evtl. Kooperationspartnern bei Energieversorgung, umweltfreundlichen und energieeffizienten Baumaterialien und Förderungsprogrammen geben.

Keine Angst vor Mobile Banking

Mit neuen Apps auf dem Smartphone lassen sich viele Bankgeschäfte bereits von unterwegs erledigen, ohne den Weg zur Bank zu finden.  Praktischer Nutzen: Der CO2-Austoß und Spritverbrauch wird gesenkt.

Leere Filialen? Nein! Beratungskompetenz ausbauen

Auch wenn mobile Apps das Leben vereinfachen und manchen Weg zur Filiale sparen, heißt es nicht, dass es eine Flut von leeren Filialen geben muss. Eines können diese Apps noch nicht: Persönliche, kompetente und individuelle Beratung. Sie können aber in der Beratung unterstützen. Digitale Dienste können also genutzt werden, um diese Beratung zu stärken, für Endkunden und Mitarbeiter zu vereinfachen und Informationen leichter zugänglich zu machen.

Die gute Nachricht: Für Vieles von dem, was denkbar ist, haben FinTechs bereits passende Umsetzungen vorliegen. Hier können Banken die bereits existierenden Kooperationen noch verstärken und die Synergien, die eine solche Zusammenarbeit mit sich bringen, vermehrt nutzen. Zusammen lassen sich Anwendungen umsetzen, die das Leben der Kunden vereinfachen und den ökologischen Footprint der Bank reduzieren.

…und warum das alles?

Wie gesagt, der Trend zur Nachhaltigkeit steigt stetig. Kunden entscheiden sich heutzutage immer bewusster für nachhaltigere Unternehmen. Sind Unternehmen also im Bewusstsein der Öffentlichkeit als „grün“ verankert, steigt so deren Markenwert. Wenn man dieses Konzept mit der Markenpositionierungsstrategie in Verbindung bringt, werden Banken, die ein „Go Green Concept“ implementieren, im öffentlichen Ansehen steigen. Neben den Vorteilen für die Umwelt führen ökologische und sozial nachhaltige Aktivitäten nicht nur zu Kosteneinsparungen, sondern auch zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.