Warum sich die Startup-Kultur nicht nur auf Startups beschränkt

Warum sich die Startup-Kultur nicht nur auf Startups beschränkt

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Vieles von dem, was anfangs mit Wenigen funktioniert, kann verloren gehen, wenn man schnell wächst. Auch wir mussten feststellen, dass es etwas anderes ist, ob das Unternehmen aus zehn Leuten besteht oder, wie jetzt, aus mehr als 70 Köpfen besteht. Trotzdem halten wir an Altbekanntem fest. 

Den Arbeitsplatz der Arbeit anpassen

Bei manchen Unternehmen heißt es „Open Desk Policy“, andere haben gar keinen Namen dafür und wieder andere setzen auf feste Arbeitsplätze. Wir haben für uns einen Mittelweg gefunden, der alles miteinander verbindet. Prinzipiell hat bei uns jedes Teammitglied seinen eigenen Schreibtisch, den es nach Lust und Laune ordnen oder (zum Leidwesen mancher Ordnungsliebhaber) vermüllen kann. Trotzdem kann man immer wieder neu entscheiden, wo man sitzen möchte – Hauptsache die Zusammenarbeit im Team leidet nicht. Möchte man vielleicht diese Woche für ein paar Tage bei den Kollegen im anderen Büro sitzen, wird ein Platz gesucht und die Arbeit kann beginnen. Und wenn die Handwerker zu Hause den Heizkörper tauschen müssen oder man einen Jogginghosen-Tag einlegen möchte, wird vom heimischen Schreibtisch aus gearbeitet.  

Teams organisieren sich selbst

Egal, ob im Büro oder am anderen Ende des Globus, solange die Teams untereinander zusammenarbeiten können, sind Ort und Zeitunterschied kein Thema.
Stichwort: „Remote Work“. Dabei findet jeder seinen eigenen Weg: Arbeitet man in Brasilien nach regionaler oder mitteleuropäischer Zeit? Wenn Mitarbeitern hier die Freiheit überlassen wird, die Arbeitsweise untereinander zu klären, so setzt sich bei uns die beste Art durch auch ohne Vorgabe „von oben“. Ebenso gibt es bei Besprechungen dank moderner Technik keine Probleme, wenn Einzelne nicht vor Ort sind – etwas Rücksicht vorausgesetzt. 

Ungewöhnlich altmodisch: Die Mitarbeiterumfrage

Was vor drei Jahren bei nicht mal zehn Köpfen super funktionierte, funktioniert heute nicht mehr. Man kann mehr als 70 Menschen nicht ständig fragen, was sie über ihre Arbeit und das Unternehmen denken. Trotzdem machen wir uns jedes Quartal die Arbeit eben genau dies herauszufinden. Mit anonymen Umfragen kann jeder seine Meinung kundtun. So erhält man einen guten Überblick über die aktuelle Stimmung. Aber es bringt eben nichts, wenn Fragen gestellt und die Antworten nur notiert werden. Man muss auch zusammen darüber reden. Also gehen wir noch einen Schritt weiter: Die Ergebnisse landen nicht nur als bloße Slides in unseren E-Mails. Die zuständigen Kollegen stellen die Ergebnisse vor und interpretieren sie auch noch. Anschließend setzen wir uns in großer Runde zusammen. Hier stellt sich unser CEO auch teilweise kritischen Antworten aus der Umfrage und das Team versucht gemeinsam eine Lösung finden. 

Warum machen wir uns den Stress? Was ist das Fazit?

Ganz einfach: Je wohler sich die Mitarbeiter im Unternehmen fühlen, desto besser arbeiten sie auch. Das ist nichts Neues! Gibt man also als Unternehmen etwas Kontrolle ab und lässt die einzelnen Teams sich selbst organisieren, spart man nicht nur Ressourcen, man erhält mitunter auch bessere Ergebnisse. Durch flexible Arbeitszeiten, Platzwahl und durchdachten Umfragen schafft man ein effektives Arbeitsumfeld. Auch wir haben es mit den gleichen Herausforderungen zu tun, die ein wachsender Headcount mit sich bringt. Wir haben aber festgestellt, wenn alle an einem Strang ziehen, organisieren sich 70 Menschen auf ganz ähnliche Weise wie zehn. 

Unser Tipp daher: Einfach machen! Vielleicht überrascht Sie das Ergebnis ja…