Yoli: „Freies Geld“ relevanter als der tatsächliche Kontostand

Der Kontostand ist tot – lang lebe der Kontostand! 

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Was bringen uns Apps, die unsere Einnahmen und Ausgaben aufzeigen und auch einen intelligenten Forecast liefern, wenn wir die banalste Sache selbst erledigen müssen: Den Kontostand prüfen. 

Die Frage dabei ist, ist der Kontostand für das tägliche Leben noch wichtig? Wir sagen ganz klar: Nein! Die Sache ist die: Solange wir mehr Einnahmen als Ausgaben haben, verlieren wir kein Geld. Der Kontostand als solches wird dann zweitrangig – oder nicht? Es liegt auf der Hand: Geben wir weniger aus, als wir aufs Konto bekommen, sparen wir Geld.  

Aus diesem Grund zeigen wir den Kontostand in unseren Anwendungen, wie Yoli, nicht mehr direkt an. Stattdessen gibt es den Wert „Freies Geld“.  Der ist simpel aufgebaut:  Grüne Zahlen bedeuten, man hat bisher weniger ausgegeben, als aufs Konto eingezahlt wurde. Bleiben die Zahlen am Monatsende in einem saftigen grün, so steigt der Kontostand entsprechend. Sind die Zahlen dagegen rot, nimmt er ab. 

Wie berechnet sich der Wert?

Der wichtigste Faktor ist das höchste monatliche Einkommen auf dem Bankkonto. Davon werden zunächst die identifizierten regelmäßigen Zahlungen und Verträge abgezogen. Dann werden eventuell erkannte regelmäßige Einzahlungen dazugerechnet, zum Beispiel wenn man sich die Miete teilt.  

Jetzt gibt der Wert genau die Summe wieder, die man ohne schlechtes Gewissen monatlich ausgeben kann, ohne dass sich der ursprüngliche Kontostand, beispielsweise aus dem letzten Monat, verringert. Tagesaktuell werden davon jetzt alle weiteren Zahlungen, wie Lebensmittel, Bargeldabbuchungen oder Kinobesuche abgezogen. Das Tolle daran ist, dass nicht nur der monatliche, sondern auch der viertel, halb oder ganzjährige Turnus mit eingerechnet wird. Muss man also das Bafög quartalsweise zurückzahlen, sieht man direkt bei Monatsbeginn den entsprechend angepassten Wert.

Was bringt das?

Das einfachste Beispiel sind nicht-monatliche Verpflichtungen. Hier kommt es immer wieder zu „Oh, verdammt-Momenten, wenn die eben genannte Bafög-Rückzahlung mit 315 Euro zu Buche schlägt. Daran muss man nicht mehr denken, schließlich gibt der Wert ja das freie Geld” für diesen Monat immer aktuell an.

Außerdem sieht man über die Monate verteilt viel übersichtlicher, wie viel Geld man am Monatsende übrig hat (oder wie wenig). Jetzt kann man sich überlegen, ob man seine Lebensmittel vielleicht eher im Discounter besorgt oder den Überschuss gewinnbringend anlegt.  

Der Kontostand soll abgelöst werden – aber nicht ersetzt! 

Natürlich wird der Kontostand nie in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Dazu ist er für größere Investitionen zu wichtig. Mit der Aussage „Aber ich spare jeden Monat 80 Euro“ lässt sich im besten Fall zwar ein (kleines) Auto finanzieren, das Dach wird man damit aber nicht gedeckt bekommen…